Nähen für mich

Selbst konstruiertes Sommertop für Stoffreste

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In letzter Zeit war ich etwas blog-faul in Hinblick auf meine Nähprojekte – die NähbuchDienstag-Posts, Sew La La und der neue Job haben mich ganz schön auf Trab gehalten… Aber jetzt! Als ich so überlegt habe, welches meiner Projekte ich jetzt endlich mal verblogge, bin ich in meinen Fotos über den Ordner “Selbstgenähtes Sommertop” gestolpert. Das war fast so etwas wie eine Reise in die Vergangenheit! Die Fotos hatte ich bei einer meiner ersten Foto-Sessions mit Stativ im Mai 2017 gemacht, zusammen mit den Bildern für mein Hot Pink Crepe Dress. Aber irgendwie haben sie nie den Weg auf den Blog gefunden. Und als ich mich jetzt so durchgeklickt habe, war ich doch sehr überrascht, welche Fortschritte ich fotografisch im letzten Jahr gemacht habe. Die Bilder waren viel zu weit weg fotografiert, meine Posen waren ziemlich hölzern, und fast überall habe ich zu viel Sonne an allen möglichen Stellen. Aber weil ich das Sommertop trotzdem mag und man ja außerdem auch zu seinen Anfängen stehen soll, zeige ich Euch die Bilder heute trotzdem!

Das Top habe ich selbst konstruiert – wobei “konstruiert” eigentlich zu viel der Worte ist. Ich hatte von meiner Wear Anywhere Tunic noch einen rechteckigen Stoff-Rest über. Zu viel, um ihn wegzuschmeißen, aber zu wenig, um richtig was draus zu machen. Wenn ich mir aber das Rechteck angehalten habe, dann drapierte es sich schön um die Schultern, und war auch genau so lang, wie ich meine Tops mag. Ich habe also kurzerhand einen passenden Stoff gesucht – meine Wahl fiel dann etwas gewagt auf diesen orangen Stoff, den ich bei Stoffe Egert in Fürstenfeldbruck im Vorbeigehen gesehen habe. Ich mag eigentlich kein Orange, aber ich finde, die Farbe greift das Muster vom Vorderteil schön auf!

Jede ordentliche Schnittkonstruktions-Technik ignorierend, habe ich den orangen Stoff einfach in genau derselben Größe zugeschnitten wie meinen Stoffrest. Dann habe ich ein bisschen rumgemessen, wie weit ich den Halsausschnitt gerne hätte und wie tief die Ärmelöffnungen – und dann habe ich das Ganze jeweils an der Seite und oben bis zu meinen Markierungen zusammengenäht. Das Vorgehen kann ich nicht für steifere Stoffe empfehlen, denn man würde vermutlich aussehen als trüge man einen Bierkasten – aber für eine fließende Ware hat es ausgezeichnet funktioniert! Okay, ich hab ein bisschen viel Stoff im Rücken – aber hej, Versuch macht klug!

Weil ich zu dem Zeitpunkt, als ich das Top genäht habe, noch nicht von französischen Nähten gehört habe, habe ich die Versäuberungstechnik meiner Wear Anywhere Tunic angewandt: Alle Nahtzugaben einklappen und knappkantig absteppen. Man erhält also neben jeder Naht nochmal zwei knappkantige Nähte, die außen sichtbar sind. Sieht eigentlich sehr hübsch aus, wie ein Design-Feature, und gibt einen schönen Abschluss innen im Kleidungsstück!

Das Top war super schnell genäht, und ich trage es vor allem an heißen Tagen sehr gerne, weil es so luftig ist. Und ich bin froh, dass ich meinen Rest noch verarbeiten konnte, es hätte mir sehr drum leid getan! Ein Flying Needle-Nähblog-Fazit gibt es heute nicht, weil alles Marke Eigenbau ganz ohne Anleitungen, Schnittmuster oder Bücher war. Aber dafür würde ich gerne wissen: Was macht ihr so mit Euren Stoffresten? Irgendwelche kreativen Ideen?

Hinterlasst mir gerne einen Kommentar, ich bin immer auf der Suche nach neuen Ideen!

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10 Comments

  1. Klingt als hättest du flat felled seams also Kappnähte gemacht! 🙂 eine schöne Resteverwrtung finde ich und so simpel, sieht man dem Top gar nicht an! Richtig gute Idee! Danke fürs Zeigen.
    Liebe Grüße
    Katharina

    1. Melanie

      Hi Katharina, lustig, das habe ich mir auch gedacht mit den Flat Felled Seams, als ich neulich die Anleitung dazu gelesen habe ;-)). Anfängerglück! Liebe Grüße, Melanie

  2. Barbara

    Hallo Melanie,

    echt cool, deine Reste Verwertung! Ich habe das Top Agnes aus dem “Mode im Skandinavischen Stil” (oder so ähnlich der Titel) genäht, dein Schnitt scheint mir sehr ähnlich zu sein, und dieses Top kann ich sehr für rechteckige Stoffreste empfehlen. Habe das Top inzwischen 3 mal genäht: mal mit einem schöneren Stoff vorne, hinten mit Jersey, vorne und hinten mit Jersey und einmal sogar hinten mit durchsichtiger Spitze. Das fand ich besonders schön für heiße Sommerabende:-)
    Echt schön mal wieder einen Nähpost von dir zu lesen, die hatte ich vermisst!

    LG aus Wien!
    Barbara

    1. Melanie

      Hallo Barbara, ah, danke für den Hinweis mit Skandinavisch nähen! Da will ich jetzt auch mal was draus machen, das Top merke ich mir für den nächsten “Rest” mal vor! Ich hatte auch so viel Spaß, mal wieder einen Nähpost zu schreiben – nach dem ersten “Neuer Job”-Chaos wird es jetzt hoffentlich etwas geordneter und ich komme wieder mehr zum nähen und zum bloggen! Liebe Grüße, Melanie

  3. Liebe Melanie,
    ich hatte ja schon bei Instagram geschrieben, wie gut mir das Top, Schnitt und Farbe gefällt. Und als ich eben Deinen Beitrag las, musste ich innerlich lachen… ich finde auch öfter mal irgendwelche Teile, die ich zwar fotografiert, aber nie gezeigt habe. Das Thema Stoffreste ist gerade ganz aktuell bei mir, weil ich noch immer nicht ganz umgezogen bin und gerade akuter Platzmangel in der Wohnung meines Partners herrscht. Mittlerweile werfe ich großzügig Stoffreste weg. Wenn, je nach Stoffart, nicht mindestens Hosentaschen drin sind, kommt es weg. Größere Stücke, so wie das von Dir, bewahre ich auf, um dann auch daraus mit einem anderen Kombistoff etwas zu vernähen.
    Liebe Grüße,
    Julia

    1. Melanie

      Hi Julia, ja, ich bin da mit den Resten mittlerweile auch gnadenlos – meine Kisten quellen eh schon über, und wenn man ganz ehrlich ist, nimmt man die Sachen ja dann doch nicht nochmal in die Hand. Ich hab auch die “Taschenbeutel”-Regel :-)! Liebe Grüße, Melanie

  4. Das ist eine tolle Idee zur Resteverwertung! Der Schnitt und die Farben gefallen mir sehr gut. Liebe Grüße, Fiene

    1. Melanie

      Liebe Fiene, danke dir! Ich bin auch ganz begeistert von den Farben :). Liebe Grüße, Melanie

  5. Liebe Melanie, ich finde Dein Top mehr als gelungen – und vor allem finde ich auch, dass Dir der Stoff ausgezeichnet steht. ich kann verstehen, warum Du unbedingt eine Verwendung dafür finden wolltest. Und Deine Konstruktion (ja,das ist eine – sei sehr stolz darauf!!) ist wirklich mehr als gelungen.
    Eine schlichte Bluse, für die man auch vergleichsweise wenig Stoff braucht, ist “Akita” von Seamwork. Ich habe sie kürzlich vernäht (gibt bei mir auch einen Blogpost dazu…) und ich trage sie “rauf und runter”.
    Ansonsten will ich demnächt auch noch “Allie” von Pattydoo ausprobieren. Herzliche Grüße!! Karin

    1. Melanie

      Hallo Karin, danke dir für deinen netten Kommentar! Ich werde mir die Akita jetzt mal anschauen, du bist schon die dritte, die sie mir empfiehlt :-)! Herzliche Grüße, Melanie

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